Hopfen
(Humulus lupulus L.)
Synonyme:
Bierhopfen, Hop, Hoppen, Hupf, Wilder Hopfen
Familie:
Hanfgewächse (Cannabaceae (Cannabinaceae))
Namensentstehung:
Mir nicht bekannt
Beschreibung:
Der Hopfen ist ein krautiges Schlinggewächs, 3 bis 7m lang, und überdauert
mit starker, weitverzweigter Wurzel. Seine bis federkielstarken Stengel
sind rechtswindend und mit zahlreichen kleinen Klimmhaken besetzt. Die
Laubblätter haben lange Stiele und sind meist tief drei- bis fünfspaltig.
Die Blüten der zweihäusigen Pflanzen (männliche und weibliche Blüten)
stehen in Blütenständen. Die männlichen Blütenstände sind rispenartige
Trugdolden, die weiblichen dichtblütige Scheinähren. Ihre Blüten vergrößern
sich später zu eiförmigen Fruchtständen. Die zuerst gelbgrünen, später
gelbbraunen Fruchtschuppen sind am Boden mit Harzdrüsen besetzt, der
Fruchtknoten entwickelt sich zu einer bis zu 6 cm langen, hellen Nuß.
Für den Anbau wurden viele verschiedene Kultursorten gezüchtet.
Verwechslung:
Mir nicht bekannt
Blütezeit:
Juli bis August
Vorkommen:
Der Hopfen wächst an feuchten Standorten. Man findet ihn an Hecken
und Zäunen, Waldrändern und in Auenwäldern.
Verbreitung:
Der Hopfen ist in der gemäßigten Zone Eurasiens und Amerikas verbreitet.
Sammelgut:
Früchte (Fructus Humuli)
Blüten - für einige Gerichte
Sammelzeit:
August bis September
Sammelvorschrift:
Die weiblichen Fruchtstände werden bei Reifebeginn, wenn sie noch nicht
braun sind, gesammelt und bei 40 bis 50 °C getrocknet. Dabei entfalten
sich die Blütenstände, und die Hopfendrüsen (Glandulae Lupuli), die
das gelbe, klebrige Hopfenmehl (Lupulin) ergeben, fallen heraus. Die
Droge riecht aromatisch und schmeckt würzig, schwach bitter.
Zu den Hinweisen zum Sammeln
und Trocknen
von Kräutern
Inhaltsstoffe:
Hopfenfrüchte enthalten 15 bis 30% Harz und etwa 0,14 % ätherisches
Öl, die Drüsen etwa 80 % Harz und l bis 3 % ätherisches Öl. Hauptbestandteil
der Harzfraktion mit 50 % sind die a-Hop-fenbittersäuren Humulon, Cohumulon
und Adhumulon sowie die ß-Hopfenbittersäure Lupulon; weiterhin sind
etwa 10% Xanthohumol enthalten.
Anwendung:
Appetitanregend, schlaffördernd,
beruhigend, antibaktriell,
menstruationsfördernd. Hopfen soll
Stoffe enthalten, die den körpereigenen Östrogenen des Menschen ähnlich
sind. Sie wirken wahrscheinlich ähnlich, jedoch sehr viel schwächer.
Die Droge wird als mildes Einschlaf- und Beruhigungsmittel,
bei nervösen Magenbeschwerden, durch
die hormonelle Komponente sexuell dämpfend
beim Mann (das erklärt auch warum mit Biertrinkermännern
im Bett meist nicht mehr viel läuft), regelfördernd
bei der Frau und gelegentlich als harntreibendes
Mittel verordnet. Die Wirkstoffe dienen als aromatisierender
und konservierender Zusatz zum Bier.
Der Aufguß der Fruchtzapfen (10 g auf ½ l Wasser) wirkt
fiebersenkend,
harn- und schweißtreibend. Das in den Zapfen enthaltende
Hopfenmehl dient bei Blasen- und Harnröhrenentzündungen
und schmerzhafter Gliedersteifheit.
Man gibt hier abends 1 Messerspitze voll Hopfenmehl mit gleichen Teilen
Zucker gemischt.
Auch ein Hopfenbad wirkt beruhigend:
Übergießen Sie dazu 100 g Hopfenzapfen mit 2 L heißem
Wasser, 30 min ziehen lassen. Abseihen und in das Badewasser geben.
Auch ein Hopfenkissen ist möglich: Füllen sie eine kleine
Kissenhülle mit Zapfen und legen sie das Kissen neben Ihr Kopfkissen.
Der ausströmende Duft des Lupulons wird Sie traumhaft
schlafen lassen.
Die weiblichen Zapfen sind wegen ihres Östrogengehalts in vielen
Hautcremes enthalten.
Hopfenzapfen sind in vielen Nerven- und Schlaftees enthalten. Sie sind
auch Bestandteil vieler Fertigarzneimittel aus der Gruppe der Beruhigungsmittel.
Die Kombination von Hopfen mit anderen beruhigend wirkenden Pflanzen,
z.B. Baldrian, Johanniskraut
oder Melisse kann sinnvoll sein.
Sehr junge Hopfensprosse gelten als delikates Feingemüse.
In Salzwasser gekocht schmecken sie ähnlich wie Spargel. Hier einige
Hopfenrezepte
Nebenwirkungen:
Frische Hopfenfrüchte können Erbrechen, Schlafsucht, Schweißausbrüche,
Erregungszustände, Hauterkrankungen und die Hopfenpflückerinnenkrankheit
hervorrufen.
Anmerkung:
Was ich nicht heraus finden konnte ist, ob die Hopfenpflückerinnen
eine Hautkrankheit, eine Schlafkrankheit oder Impotenz ist. Eine Informationsquelle
sagt dass wegen der Gefahr der Impotenz beim Pflücken Frauen eingesetzt
wurden (finde ich unlogisch, sonst würde es ja "Hopfenpflückerkrankheit"
heissen) eine Andere besagt es sei eine Hautkrankheit die durch den
Hautkontakt mit Hopfen auftreten kann. Noch eine Informationsquelle
sagt, die Hopfenkrankheit ginge mit starker Schläfrigkeit einher.
Also was hier richtig ist weiss ich nicht.
Geschichtliches:
In Mitteleuropa wird Hopfen schon seit dem 8. Jahrhundert wegen des
aromatischen Geschmackes der weiblichen Blütenstände ("Hopfendolden")
und ihrer Verwendung in der Bierbrauerei (stets nur die weibliche Pflanze)
an zahlreichen Orten angebaut
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Zeichnung: Otto Wilhelm Thomé (1885-1905)
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Bilder mit freundlicher Genehmigung
von Kurt Stübers
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