Huflattich
(Tussilago farfara) Nebenwirkungen beachten!
Synonyme:
Ackerlattich, Brandlattich, Brandletschenkraut, Brustlattich, Eschhuflattich,
Eselshuf, Feldlattich, Hitzeblätter, Lehmblätter, Märzblume, Ohmblätter,
Pestwurz, Pferdehuf, Sandblume, Tabakkraut, Zytröseli
Familie:
Korbblütengewächse (Asteraceae, Compositae)
Namensentstehung:
Die hufähnliche Blattform gab der Pflanze ihren Namen. Ihrer Heilanwendung
wegen wird sie auch "Brustlattich" genannt
Beschreibung:
Die Pflanze überwintert in ihrem unterirdischen, mit Niederblättern
besetzten Wurzelstock. Im frühen Frühjahr treiben die je einen
Blütenkopf tragenden Blütenstiele aus, die zur Fruchtzeit
bis zu 30 cm Länge hoch werden. Sie sind mit grünen bis rötlichen
Schuppenblättern besetzt und bis zu den goldgelben Blütenkörbchen
behaart. Eine glockige Hülle umschließt die Blüten,
die aus zahlreichen weiblichen Zungenblüten und in der Mitte aus
30 - 40 Scheibenblüten bestehen. Die Früchte haben eine Haarkrone
(Pappus, ähnlich wie Löwenzahn).
Erst nach dem Blühen bilden sich die grundständigen, anfangs
bereits weißwollig-filzigen, oben bald verkahlenden Blätter.
Die ähnlichen, doch viel größeren Blätter der Pestwurzarten
sind unten außer in der Jugend viel weniger behaart, außerdem
sind die Blattstiele des Huflattichs seitlich zusammengedrückt
und glatt (nicht gerippt)
Das Botanische Bilderbuch für Jung und Alt (1897) beschreibt
den Huflattich wie folgt:
Auf feuchtem, fettem Boden, am liebsten am Rande der Bäche und
Wassergräben, sprossen in den ersten Frühlingsmonaten die
goldgelben Blüten des Huflattichs. Das Kind verwechselt sie wohl
mit den Blumen des Löwenzahn, denen sie auf den ersten Blick ähnlich
erscheinen, denn bei beiden Pflanzen trägt das Blütenköpfchen
zahlreiche Einzelblüten. Während diese aber beim Löwenzahn
sämtlich zungenförmige Gestalt haben, sind bein Huflattich
nur die Randblüten zungenförmig, die Mittel- oder Scheibenblüten
aber röhrenartig. In dem großen Frühlingswettlauf der
Blumen kommt der Huflattich vor dem Löwenzahn ans Ziel. Während
letzterer erst bedächtig am Boden eine große grüne Blattrosette
bildet und in ihrer Mitte zahlreiche Knospen anlegt, treibt der Huflattich
aus dem kriechenden Wurzelstock sofort die schönen, weithin leuchtenden
Blumen und läßt, wenn diese verblüht sind, die großen,
hufförmigen Blätter nachfolgen. Diese erreichen nicht selten
einen bedeutenden Umfang und dienen den Kindern an heißen Sommertagen
als schattenspendende Schirme, ebenso wie die noch größeren
Blätter der Pestwurz und der Klette.
Quelle: http://caliban.mpiz-koeln.mpg.de/~stueber/bley/index.html
Verwechslung:
Leicht zu verwechseln mit Pestwurzarten. Am Besten unterscheidet man
sie, indem man sich die Pflanze im blühenden Zustand anschaut und
später für die Blätter nochmal wiederkommt. Die Blüten
von Pestwurz und Huflattich kann man nicht verwechseln, denn sie sehen
komplett anders aus.
Die Blüten und Samen der Pflanze sind leicht zu verwechseln mit
Löwenzahn, wobei die des Huflattichs
kleiner sind und der Blütenstiel geschuppt ist. Auch wächst
die Blüte des Löwenzahns aus der Blattrosette, wogegen die
Blüten des Huflattichs wachsen, wo weit und breit noch kaum ein
Blatt zu sehen ist. Die Blätter des Huflattichs sehen komplett
anders aus als die des Löwenzahns.
Blütezeit:
Februar - April
Vorkommen:
.Als einer der ersten Frühjahrsblüher wächst der Huflattich
mit leuchtendgelben Blüten auf Wegrändern, Feldern, Geröllhalden
und Bahndämmen. Er liebt feuchten, tonig-mergeligen Boden.
Verbreitung:
Die aus einer Art bestehende Gattung ist in Europa, West- und Nordasien
und den Gebirgen der nördlichen Afrika verbreitet.
Sammelgut:
Blätter (Folia Farfarae)
Blüten (Flores Farfarae)
Sammelzeit:
Blätter: Mai - Juni
Blüten: März - April
Sammelvorschrift:
Am Besten bei warmer Luft bis zu 40°C, die Blätter einzeln
ausgebreiten; sie sollen sich dabei nicht rollen, da sie sonst leicht
vermodern; man wendet sie nicht um. Die Droge ist fast geruchlos und
schmeckt schleimig und herb-bitter.
Zu den Hinweisen zum Sammeln
und Trocknen
von Kräutern
Inhaltsstoffe:
Blätter: Schleimstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Inulin, Etwas ätherisches
Öl und Bitterstoffe.
Blüten: Schleimstoffe, Flavonoide und geringe Mengen Gerbstoffe
Anwendung:
Mit den schleimlösenden und entzündungswidrigen Eigenschaften
der Huflattichblüten können wir sie bei Bronchitis,
Kehlkopf- und Rachenkartarrh, Bronchalasthma
und Brustfellentzündung, ja
sogar bei bebinnender Lungentuerkulose
einsetzen. Bei langwierigem Husten
und quälender Heiserkeit sollte
man öfters am Tag Huflattichtee
mit Honig vermischt sehr heiß trinken.
Nachdem die Blätter mehr Wirkstoffe als die Blüten enthalten,
sammelt man sie auch noch deshalb, um bei der Teebereitung eine Mischung
von Blüten und Blättern verwenden zu können.
Von den Naturärzten des Altergums herrscht über den Huflattich
ein großes Lob. Die frischen Blätter gewaschen und als zerdrückten
Blätterbrei auf die Brust gelegt, helfen bei jeder schweren Lungenerkrankung,
bei Rotlauf und bei Gewebeverletzungen,
die blaurote Anschwellung und sogar
bei Schleimbeutelentzündungen.
Die Wirkung dieser Breiumschläge sind verblüffend. Umschläge
mit starkem Absud von Huflattichblättern werden bei skrofulösen
Geschwüren angewendet. Huflattichdämpfe, sowohl
von Blüten als auch von Blättern, sollen bei chronischer
Breonchitis mit einhergehenden Anfällen und erstickender
Atemnot mehrmals am Tag eingeatmet werden. In kürzester
Zeit stellt sich eine große Erleichterung ein. Gewschwollene
Füße sollten Sie öfters in einen Absud aus
Huflattichblättern baden.
Ein Sirup,
den wir aus Huflattichblättern bereiten können, bewährt
sich bestens bei Lungenleiden und Bronchialkratarrh.
In einen Tontopf oder in ein Grukenglas füllt man abwechselnd eine
Schicht Blätter und eine Schicht Rohrzucker, läßt alles
setzen und füllt solange nach, bis das Gefäß voll ist.
Dann wird es mit zwei bis drei Lagen starkem Pergament oder Cellophan
gut zugebunden und im Garten an einer geschützten Stelle in ein
Erdloch gestellt. Man legt ein Brett drüber und gräbt den
Topf oder das Glas mit Erde zu. Die gleichmäßige Wärme
bewirkt einen Gärungsprozess. Nach acht Wochen gräbt man den
Topf oder das Glas wieder aus und kocht den gewonnenen Huflattichsirup
ein- bis zweimal auf. Ausgekühlt in kleinere, weithalsige Flaschen
füllen. Dieser Sirup ist für die Winter- und Grippezeit unser
bester Schutz. Man nimmt ihn teelöffelweise.
Bei Asthmaleiden, dauernden
Bronchial- und Raucherschäden leisten im Frühjahr
zwei bis drei Teelöffel von frischausgepreßten Saft der Huflattichblätter
in einer Tasse Fleischbrühe oder warmer Milch ausgezeichnete Dienste.
Bei Venenentzündung kann man
aus frischen, zerstoßenen Blättern und frischem Obers (Sahne)
eine salbenartige Masse bereiten, die man auf die entzündeten Stellen
legt und mit einem Tuch leicht abbindet. Frisch gepreßter Saft
aus den Huflattichblättern ins Ohr geträufelt hilft bei Ohrenschmerzen.
Gegen wundgelaufene Füße
legt man Huflattichblätter mit der Unterseite Richtung Fuß
in die Socke.
Huflattich sollte grundsätzlich nicht länger als 3 Wochen
eingenommen werden.
Nebenwirkungen:
Wild wachsender Huflattich kann je nach Standort beträchtliche Mengen
an leberschädigenden Substanzen enthalten! Nicht
für Schwangere oder Kleinkinder! Huflattich nicht über
einen längeren Zeitraum einnehmen.
Geschichtliches:
Über die Heilwirkungen des Huflattichs, vor allem über die
der Blätter, wußte man schon im Altertum gut Bescheid. Sowohl
Plinius als auch Diokurides und Galen berichten davon. In der Heilkunde
des Mittelalters bediente man sich ebenfalls der Pflanze.
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Zeichnung: Otto Wilhelm Thomé (1885-1905)
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Bild mit freundlicher Genehmigung von Kurt
Stübers
Folgender Fotos unterliegen dem © des Käsekessels
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