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Einheimische Kräuter, Kräuterrezepte,
Wildgemüse und ein Stück Natur

 

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Kräuter sind in der Apotheke oder im Kräuterladen erhältlich. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Kräuter verkaufen sondern sie lediglich beschreiben, um den Zusammenhang zwischen Kräuterweiden und Rohmilchkäse oder der Gesundheit von Kühen zu zeigen.

Holunder

(Sambucus nigra L)

Synonyme:
Aalhornbeeren, Fliederbeere, Fliederbusch, Holder, Holderbeeren, Holderbusch, Holderstock, Holler, Hollerbeeren, Kissekenbaum, Musflieder

Familie:
Geißblattgewächse (Caprifoliaceae

Namensentstehung:
Mir nicht bekannt

Beschreibung:
Dieser Strauch hat selten baumförmigen Wuchs und kann 7 bis 10m hoch werden. Die Rinde des Stammes und der älteren Zweige ist rissig und graubraun, die der jüngeren Zweige ist grün und mit zahlreichen grauen Punkten, den Rindenporen (Lentizellen), besetzt. Die Zweige haben weißes, weiches Mark. Die Laubblätter sind gegenständig und unpaarig gefiedert. Die Blüten duften stark süßlich und stehen in doldenartigen Blütenständen (Trugdolden) an den Enden der Zweige. Jede Trugdolde hat meist 5 Hauptäste. Die 5 weißen bis gelblichen, verwachsenen Kronenblätter umschließen 5 Staubblätter und den Fruchtknoten der dreiteilig ist und der sich zu der blauschwarzen, saftigen, dreisamigen Beere entwickelt. Es besteht keine Spätfrostgefahr, da der Holunder erst spät im Juni blüht. Der Holunder ist selbstfruchtend und benötigt deshalb keine Bestäuber.

Verwechslung:
Sambucus racemosa kann mit Sorbus aucuparia (Vogelbeerbaum, Eberesche) verwechselt werden.

Blütezeit:
Mai bis Juli

Vorkommen:
Der Schwarze Holunder ist an ursprünglichen Standorten wie auf feuchten Waldblößen, an steinigen, buschigen Stellen und an Flüssen, in Schluchten und an Hohlwegen zu finden, zuweilen auch in Gärten.

Verbreitung:
Der Holunder ist ein heimisches Gehölz, denn er stammt aus Mitteleuropa. Heute ist der Holunder in ganz Europa, dem Kaukasus, Kleinasien, Westsibirien und Nordafrika besonders auf nährstoffreichen Böden zu finden.

Sammelgut:
Blüten (Flores Sambuci)
Früchte

Sammelzeit:
Blüten: Juni bis Juli
Früchte: September - Oktober

Sammelvorschrift:
Zu Beginn der Blütezeit werden die Blüten bei trockenem Wetter gesammelt und sofort bei Temperaturen bis zu 40°C und guter Durchlüftung getrocknet. Die getrocknete Droge ist in gut schließenden Gefäßen aufzubewahren. Sie schmeckt süßlich und schleimig, später kratzend und hat einen charakteristischen Geruch.

Zu den Hinweisen zum Sammeln und Trocknen von Kräutern

Inhaltsstoffe:
Die Holunderblüten enthalten Flavonoide, wenig ätherisches Öl, etwas Gerbstoff und Schleim. In allen Teilen kommt das cyanoge Glykosid Sambunigrin mit einem Gehalt von 0,1 % vor. In den Beeren ist zusätzlich noch Chlorogensäure vorhanden. Reich an Vitaminen der Vitamin B- Gruppe, (insbesondere B1, B2, B12), Vitamin C, A

Anwendung:
Der Holunderblütentee, möglichst heiß und in großen Mengen getrunken, wirkt schweißtreibend und wird besonders bei Erkältungskrankheiten und fieberhaften Erkrankungen, sowie zur Darmregulierung und Schmerzbekämpfung angewandt. Auch bekannt als Fliedertee, wird er auch zur Vermehrung des Bronchialschleims bei trockenem Husten eingesetzt. Oft wird er auch mit Lindenblüten gemischt angewandt und stärkt das Immunsystem.

Holunder findet auch Anwendung gegen unreine Haut und gegen Zerrungen gibt es eine Salbe aus Holunder

Holunderbeeren sind gekocht essbar. Hier findet sich eine Sammlung verschiedenster Holunderrezepte

Spielen: Zum früheren Spiel der Kinder gehörte es, die Zweige des Hollerbusches auszuhöhlen und Flöten oder Blasrohre daraus machen. Frische Zweige hing man in Räumen auf, um die Fliegen zu vertreiben.

Färben: Auf Stoffen oder Leder ergibt der Saft der schwarzen Beeren - je nach Stärke der zugesetzten Säure - rote, schwarze oder blaue Farbtöne. Die Holunderrinde färbt tiefschwarz, die Blätter bewirken eine moosgrüne Farbe. Die Damen der römischen Aristokratie färbten sich ihre Haare mit Holundersaft, der auch pflegend und festigend wirkte.

Erfahrungen:
Der Sirup des roten Holunder (Sambucus racemosa) eignet sich auch gut als Hustensaft. Man nimmt 1 - 2 Esslöffel davon in eine Tasse, füllt sie mit heissem Wasser auf und trinkt ihn warm. Hilft bei Erkältungskrankheiten, Husten sehr gut. Lösst Schleim und hilft abhusten und auch wenn man trockenen Husten hat, oder Heiserkeit. Er wärmt auch von innen, vor allem an kalten Tagen.

Nebenwirkungen:
Keine Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt.

Der Verzehr roher oder ungenügend erhitzter Holunderbeeren kann zu Übelkeit und Erbrechen führen! Frische Holunderblüten verursachen Hautreizung

Geschichtliches:
Der Holunder wurde bereits zur Pfahlbauzeit verwendet. Hippokrates gebrauchte besonders die Früchte, Theophrast, Dioskurides und Plinius erwähnen die Pflanze, die auch im Mittelalter sehr geschätzt wurde. Auch Hildegard von Bingen wusste um die Heilkraft von Holunder.

 

 

Zeichnung eines Holunder

Zeichnung: Otto Wilhelm Thomé (1885-1905)

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Zeichnung eines Holunder

Bilder mit freundlicher Genehmigung von
Kurt Stübers






Foto von Holunderblüten

Foto von Holunderblüten




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© L. B. Schwab