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Einheimische Kräuter, Kräuterrezepte,
Wildgemüse und ein Stück Natur

 

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Kräuter sind in der Apotheke oder im Kräuterladen erhältlich. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Kräuter verkaufen sondern sie lediglich beschreiben, um den Zusammenhang zwischen Kräuterweiden und Rohmilchkäse oder der Gesundheit von Kühen zu zeigen.

Hirtentäschel

(Capsalla bursa-pastoris)

Synonyme:
Bauernsenf, Beutelschneiderkraut, Blutkraut, Echtes Hirtentäschelkraut, Gänsekresse, Geldbeutel, Hellerkraut, Herzelkraut, Herzkreitsche, Kochlöffel, Säckelkraut, Täschelkraut, Taschenknieper

Familie:
Kreuzblütengewächse (Cruciferae = Brassicaseae)

Namensentstehung:
Wegen der täschelartigen Form des Schötchens heißt die Pflanze "Hirtentäschel"

Beschreibung:
Das Hirtentäschel gehört zu den einjährigen überwinternden Pflanzen, das heißt, die im Herbst auskeimenden Exemplare überwintern und sterben im kommenden Sommer ab, nachdem sie geblüht haben. Sie können aber auch das ganze Jahr hindurch blühen und fruchten, nur nicht während stärkerer Frostperioden. Die grundständigen Laubblätter bilden eine vielblättrige Rosette. Form und Größe der Blätter wechseln sehr stark. Die Blüten stehen anfangs in einem goldig gedrängten Blütenstand, der sich zu einer langen Traube streckt. Die Blütchen sind weiß und unscheinbar. Aus dem zur Blütezeit winzigen Fruchtknoten entwickelt sich das bekannte vielsagende Schötchen, das an waagerechten Stielen an der Blütenachse sitzt.

Verwechslung:
Mir nicht bekannt

Blütezeit:
Ruht nur im Winte während längerer Frostperioden

Vorkommen:
Hirtentäschel gehört zu den bei uns verbreitetsten Pflanzen, denn sie ist sehr anspruchslos. Es kommt auf allen Böden von der Küste bis ins Hochgebirge vor. Man findet es an Wegen, auf Äckern, Wiesen, Schutthaufen, an See- und Flußufern.

Verbreitung:
Als Heimat der heute als Kulturbegleiter über die ganze Erde verbreitenden und häufig eingebürgerten Pflanze sieht man das Mittelmeergebiet an. In Europa reicht das Verbreitungsgebiet nördlich bis zum Nordkap und bis Island

Sammelgut:
Kraut (Herba Bursae pastoris)

Sammelzeit:
Mai - August

Sammelvorschrift:
Das Kraut mit den Blüten wird von Pflanzen gesammelt, die an trockenen Orten stehen, und soll schnell getrocknet werden. Blätter mit einem durch einen Schmarotzer verursachten Belag scheiden als Sammelgut aus. Die Droge hat im frischen Zustand einen schwachen, unangenehmen Geruch, der sich beim Trocknen verliert, und einen scharfen, bitteren Geschmack.

Zu den Hinweisen zum Sammeln und Trocknen von Kräutern.

Inhaltsstoffe:
Biogene Amine, unter anderem Cholin, Acetylcholin, Histamin und Tyramin, ferner Flavonoide, zum Beispiel Diosmin, sowie unter anderem Gerbstoffe und Harze.

Anwendung:
Hirtentäscheltee, zwei bis drei Tassen täglich getrunken, wird bei allen Arten von Blutungen wie zum Beispiel Nasen-, Magen-, Darm-, und ungegelmäßigen Gebärmutterblutungen mit großem Erfolg angewendet. Bei blutenden Wunden, die sich nicht stillen lassen, wirkt der Absud von Hirtentäschel verblüffend.

Bei starken Menstruationsblutungen trinkt man acht bis zehn Tage vor Eintritt der Periode täglich zwei Tassen gebrühten Tee, pro Tasse ein gehäufter Teelöffel Hirtentäschel. Dieser Tee gilt auch zur Regulierung der Periode während der Pupertät. Während der Wechseljahre sollte jede Frau täglich zwei Tassen vier Wochen lang trinken, drei Wochen aussetzen und im Zyklus wiederholen.

Bei blutenden Hämorrhoiden macht man kleine Darmeinläufe, Sitzbäder oder Waschungen mit lauwarmen Hirtentäschelabsud. Mütter, die während des Stillens geschwollene Brüste bekommen, sollten sich frisches Täschelkraut in einem Sieb dünsten und zwischen Leinrntüchern warm auflegen. Täglich zwei Tassen von einer Teemischung von Hirtentäschel und Zinnkraut zu gleichen Teilen sind bei Nierenblutungen bestens zu empfehlen.

Das Hirtentäschel ist aber auch - ähnlich wie die Mistel - eine kreislaufausgleichende Heilpflanze und sowohl bei zu hohem, als auch zu niedrigem Blutdruck ganz besonders zu empfehlen. Im Gegensatz zur Mistel, die im kalten Ansatz über Nacht hergestellt wird, brüht man diesen Tee ganz normal auf. Man nimmt 2 Tassen täglich und hört mit dem Trinken auf, wenn sich der Kreislauf normalisiert hat. Eine ebenso gute Heilwirkung wie die Mistel hat das Hirtentäschel bei Gebärmutterblutungen. Der Tee wird auch in diesem Fall nur eine Zeitlang getrunken.

Bei allen äußeren Muskelerkrankungen ist diese Heilpflanze ein besonders wichtiger Helfer. Warum das in kaum einem Kräuterbuch steht, ist mir ein Rätsel.. Hierzu verwendet man Hirtentäscheltinktur zum Einreiben der erkrankten Stellen.

Nebenwirkungen:
Mir nicht bekannt

Geschichtliches:
Mir nicht bekannt

 

Links: Hirtentäschel
Rechts: Acker-Hellerkraut


Hirtentäschel


Bilder mit freundlicher Genehmigung von
Kurt Stübers






Foto: Hirtentäschel

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Foto © L. B. Schwab






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© L. B. Schwab