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Einheimische Kräuter, Kräuterrezepte,
Wildgemüse und ein Stück Natur

 

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Kräuter sind in der Apotheke oder im Kräuterladen erhältlich. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Kräuter verkaufen sondern sie lediglich beschreiben, um den Zusammenhang zwischen Kräuterweiden und Rohmilchkäse oder der Gesundheit von Kühen zu zeigen.

Klettenlabkraut

(Galium aparine)

Wahres Labkraut, Echtes Labkraut

(Galium verum)

Weißes Labkraut

(Galium mollugo) oder (Galium album)

Synonyme:
Klettenlabkraut: Kleber, Klebkraut, Klettenkraut, Klettkraut,
Wahres Labkraut: Bettstroh, Liebfrauenstroh, Milchgerinnkraut, Wundstillkraut
Weißes Labkraut: Mir nicht bekannt

Familie:
(Rubiaceae = Rötegewächse)

Namensentstehung:
Der Name Labkraut geht vermutlich auf das Labferment, welches früher zur Käseherstellung verwendet wurde, zurück.

Beschreibung:
Klettenlabkraut:
Einjährige Pflanze, 30-350 cm gross und weiss blühend. Die winzigen Blüten fallen kaum auf, werden selten von Insekten besucht und bestäuben sich meist selbst. Die Pflanze keimt im Frühjahr, beginnt im Mai zu blühen und bildet vom Juni bis in den Spätsommer die bis 2,5 Millimeter großen Klettfrüchte aus. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 3,5 Meter lang werden und bis zu 1000 dieser Früchte bilden, die sich gern an Fell und Kleidern festkletten. Die Blätter stehen zu sechst bis acht in Quirlen zusammen ­ ein Merkmal, das sie mit dem zur gleichen Gattung gehörenden Waldmeister (Galium odoratum) teilen. Alle Teile der Pflanze haben feine, nach unten gerichtete Borsten, mit denen sie sich an anderen Pflanzen hochziehen können. Nährstoffreiche Standorte werden bevorzugt

Wahres Labkraut:
Wächst in höheren Lagen, wird 30 - 60 cm hoch und blüht goldgelb. Die Blüten riechen stark honigartig

Verwechslung:
Labkrautarten untereinander und mit dem Waldmeister. Beim Waldmeister sind die Blätter breiter und bilden dadurch einen dichteren Ring um den Stengel.

Blütezeit:
Mai -August

Vorkommen:
Feuchte, nährstoffreiche und stickstoffhaltige Lehmböden, sächst auf Äckern, in Gärten, Schuttplätzen und in Gebüschen.

Verbreitung:
Mir nicht bekannt, auf jeden Fall aber in Europa.

Sammelgut:
Kraut

Sammelzeit:
Wahres Labkraut: Juli
Ansonsten auch das ganze Jahr über. Frische Triebe des weißen Labkrauts findet man auch im Winter an schneelosen Stellen unter trockenem Gras.

Inhaltsstoffe:
wenig ätherisches Öl, viel Kieselsäure, Gerbstoffe, organische Säuren und Flavonoide.

Anwendung:
In der Homöopathie für die Bereiche Haut, Schleimhäute, Zunge und Harntrakt. Ansonsten in Schildkröten- und Kuhfutter. Schweine und Esel verschmähen dieses Kraut.

Grundsätzlich ist grade beim Labkraut die Heilwirkung frischer Pflanzen weit größer als die der getrockneten Pflanze.

Labkrauttee reinigt Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz von Krankheitsstoffen. Wer an Störungen des Lympfdrüsensystems leidet, sollte diesen Tee täglich trinken. Er wirkt auch gegen Bleichsucht und Seitenstechen.

Dieser Tee hilft äusserlich gegen Hautkrankheiten, Wunden, Furunkel und Mitesser. Ausserdem strafft er schlaffe Gesichtshaut. Statt Tee kann man auch Salbe verwenden.

Die Volksheilkunde empfiehlt das Labkraut auch bei Hysterie, Nervenleiden, Epilepsie, Veitstanz, Urinverhaltung, Grieß und Steinbeschwerden.

Gurgeln mit Tee soll gegen den Kropf helfen.

Nebenwirkungen:
Mir nicht bekannt

Geschichtliches:
Interessantes wird aus England berichtet: Wenn ein Mädchen ohne es zu merken ein Klebkraut auf dem Rücken trug, galt das früher als ein sicheres Zeichen dafür, daß es einen heimlichen Liebhaber hatte; merkte sie es und warf das Klebkraut zu Boden, bildeten die Stengel den Anfangsbuchstaben des Namens ihres Schatzes. In anderen Gegenden Englands hießen die Früchte dieser Pflanze, sweetheart". Wer sie am Hosenbeinen hatte, wurde damit geneckt, daß er sich wohl mit seinem Schatz in den Wiese vergnügt hätte.

 

 

Klettenlabkraut
Zeichnung des Klettenlabkrauts
Zeichnung: Otto Wilhelm Thomé (1885-1905)

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Klettenlabkraut
Zeichnung eines Klettenlabkrauts

Bilder mit freundlicher Genehmigung von
Kurt Stübers





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© L. B. Schwab