Gemeiner Beifuss
(Artemisia vulgaris L.)
Synonyme:
Beipes, Biwes, Buckerle, Gänsekraut, Magert, Mutterkraut, Wermet
Familie:
Korbblütengewächse (Asteraceae(Compositae)))
Namensentstehung:
Das Wort Beifuß ist eine Abwandlung des mittelhochdeutschen
biboz (bozen = stoßen), da dieses Gewürz zur Speise gestoßen
wurde.
Beschreibung:
Die l bis 2 m hohe Staude hat einen mehrköpfigen, ästigen
Wurzelstock, treibt mehrere aufrechte, alljährlich absterbende,
runde, geriefte, rispenartig verzweigte Stengel. Die 5 bis 10 cm langen,
derben Laubblätter sind am Rand oft etwas umgerollt und auf der
Unterseite weißfilzig. Die eiförmigen, kurzgestielten Bütenköpfchen
stehen sehr zahlreich in einer stark ästigen Rispe, die von lanzettlichen
Hochblättern durchblättert ist. Die gelben bis rotbraunen
Blüten ragen kaum aus der schuppenförmigen Hülle hervor.
Die ganze Pflanze hat einen eigenartigen Geruch
Wurzeln:
Mir unbekannt
Höhe:
Bis 2 m
Blätter:
Die Laubblätter sind oberseits grün, unterseits weiß- bis graufilzig
behaart. Die unteren Blätter sind bis zu 10 cm lang, gestielt, 1-2fach
fiederteilig, mit lanzettlichen, spitzen, ganzrandigen oder wenigzähnigen,
3-6 mm breiten Abschnitten.
Blüten:
Die 3-4 mm langen Blütenköpfchen stehen zahlreich in einer, reichverzweigten,
von lanzettlichen Hochblättern durchblätterten Rispe. Sie sind eiförmig,
kurz gestielt und stehen aufrecht. Die zweireihige Blütenhülle der
Einzelblüte ist aus schuppenförmigen, hautrandigen, grauweißen Blättchen,
die mehr oder weniger filzig sind und sich schindelartig abdecken.
Die äußeren sind kurz, lanzettlich und spitz, die inneren größer,
länglich und stumpf. Die die Hülle wenig überragenden Blüten sind
gelblich oder rotbraun. Sie stehen auf einem kegelförmigen, nackten
Blütenboden. Die Früchtchen sind sehr klein, graubraun und fein gestreift.
Geruch:
eigenartig
Stengel:
Die aufrechten Stengel sind kantig, schwach behaart und meist reich
verzweigt.
Verwechslung:
Mit Wermut
Blütezeit:
Juli bis September
Vorkommen:
Der Beifuß kommt besonders auf nährstoffreichen Sand-,
Kies- und Lehmböden vor und besiedelt nitratreiches Ödland.
Man findet ihn auch in Bauerngärten als Gewürzpflanze. In
Deutschland ist es eigentlich überall vertregten. Man findet
es auf jeder Verkehrsinsel, an Wegen, auf Wiesen und an Bahndämmen.
Verbreitung:
Die Pflanze ist fast auf der ganzen nördlichen Halbkugel verbreitet
und in Nord- und Mittelamerika sowie in Zentralasien, wo sehr wahrscheinlich
der Ursprung der ganzen Gruppe zu suchen ist, mit zahlreichen Unterarten
vertreten.
Sammelgut:
Kraut (Herba Artemisiae)
Sammelzeit:
Juli bis September
Sammelvorschrift:
60 bis 70 cm des blühenden Krautes werden abgeschnitten, gebündelt
und getrocknet. Die Droge riecht angenehm würzig und schmeckt aromatisch,
ein wenig bitter.
Zu den Hinweisen zum Sammeln
und Trocknen
von Kräutern
Inhaltsstoffe:
Das ätherische Öl (nur 0.03 bis 0.3%) enthält eine Vielzahl verschiedener
Terpene und Terpenderivate, z.B. 1,8-Cineol, Kampfer, Linalool, Thujon,
4-Terpineol, Borneol, a-Cardinol und weitere Mono- und Sesquiterpene.
Die Zusammensetzung schwankt quantitativ und qualitativ in Abhängigkeit
von Boden, Klima, Dünger und Erntezeitpunkt. Thujon, ein Monoterpenketon,
ist giftig; es kommt auch im Salbei
vor und wird für die verheerende Wirkung des Absinth verantwortlich
gemacht.
Anwendung:
Die Droge wird kaum noch als aromatisches Bittermittel bei Appetitlosigkeit,
Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden
und Blähungen verwendet. Beifuß
gehört zu den stark aromatischen Gewürzkräutern und wird
vor allem Fleischgerichten zugesetzt. Besonders bei fettem Gänsebraten
fördert er den Geschmack und die Bekömmlichkeit durch seine
Gerbstoffe.
Früher wurde die Pflanze auch in der Frauenheilkunde,
Epilepsie, Kopfweh
und gegen Fäulnis verwendet;
die wirksamen Dosen liegen aber bereits im toxischen Bereich, weshalb
hier keine Rezepte zu finden sind. Heilkundige Frauen haben früher
ihren Töchtern Gürtel aus Beifuss geflochten oder Zweige
um den Bauch gebunden, damit aus ihnen mal eine starke Mutter wird.
Nebenwirkungen:
Achtung! In der Früh-Schwangerschaft nicht verwenden, da er Fehlgeburten
auslösen kann.Nicht bei akut entzündlichen Erkrankungen.
Geschichtliches:
Im Altertum wurde Beifuß häufig verwendet, so bei Wassersucht,
Epilepsie und bei Bissen giftiger Tiere. Im Mittelalter spielte die
Pflanze im Aberglauben eine Rolle.
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Bilder mit freundlicher Genehmigung von
Kurt Stübers
Foto der getrockneten Pflanze
© by Käsekessel
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