Blumen zur optischen Trennung

Verschiedene Schwedenbitterrezepte

Hallo ihr!

Also es gibt ja eine ganze Menge von Rezepten zu Schwedenbitter und die würde ich gerne mal sammeln lächel

Inzwischen bin ich mir nämlich garnicht mehr so sicher daß das Rezept mit dem wir hier hantieren, wirklich das "Original" ist. Im Grunde ist es egal, hauptsache man weiß welches Rezept man verwendet und wenn es hilft. Aber trotzdem finde ich das Thema ziemlich spannend.

Also das Rezept mit dem wir Erfahrungen gemacht haben, ist das von Maria Treben, daß ich eingehend auf der Seite für Schwedenbitter beschrieben habe.



Quelle: Kräutergold, M. Lassel, 1941

Das Geheimnis des hohen Alters (Lebenselixier)

Die Vorgeschichte ist in etwa die, wie ich bereits auf der Schwedenbitterseite geschrieben habe, nur gibt es hier noch 130-jährige Großväter und 112-jährige Väter.

35.5 g Aloes bepatici (Aloe)
3.75 g Zitwer
3.75 g Safran vom allerbesten
3.75 g Enzian
3.75 g Lärchenschwamm
3.75 g Rhabarber vom allerbesten
3.75 g Venetianischen Theriak
50 g Wacholder-Latwerge.

Alles fein zerreiben und mit 1 Liter Branntwein in eine Flasche füllen. Die Flasche dann mit nassem Pergament oder einer doppelten Blase zubinden und wenn sie trocken ist, mit einer Nadel einstechen, damit die Flasche von den entstehenden Gasen nicht platzt. Dann 9 Tage im Schatten stehen lassen, dabei 2 - 3x täglich schütteln. Am 10. Tag ohne Schütteln und ohne Satz absieben. Dann nochmal 1 Liter Branntwein auf die Kräuterreste geben, wieder 9 Tage im Schatten und schütteln und wieder am 10. Tage abfiltern. Jetzt beide Flaschen mischen und in Gebrauchsflaschen füllen.

Man nimmt 8 - 9 Tropfen täglich für Männer, 7 Tropfen für Frauen und Kinder 1 - 3 Tropfen in Tee. Alte Leute nehmen ausser der täglichen Menge einen Löffel voll darüber.

Hier steht noch:
Es stärkt die Nerven und gibt den Lebensgeistern neue Kraft, schärft die Sinne, nimmt das Zittern der Glieder und die Schmerzen des Schnupfens, vertreibt Sodbrennen und fördert die Verdauung, ist gut gegen Blähungen, tötet die Würmer und heilt Wunden und Magenkolik in kurzer Zeit, reinigt das Blut und fördert die Zirkulation, ist ein untrügliches Mittel gegen Gicht, fördert die Regel, gibt die verlorene Farbe wieder, laxiert unmerklich und ohne Schmerzen, wenn man die zwei- bis dreifache Dosis nimmt, kurz, es ist die Wiederherstellung aller menschlichen Gesundheit, selbst für abgelebte Leute, wenn man es so gebraucht, wie es oben vorgeschrieben ist. Es treibt ohne Gefahr die Blattern heraus und hat das Bewundernswerte an sich, daß man eine starke Dosis nehmen kann, es ist ein Verwahrungsmittel gegen ansteckende Krankheit.


Mein Kommentar:
Also Schwedenbitter ist schon klasse, aber an die 130 glaube ich nicht und daß es gegen alles hilft, kann ich nicht behaupten. Es hilft gegen Vieles, aber nicht gegen alles.


Universaltropfen

Quelle: Urgrossmutters Naturapotheke, 1990

2 El Aloe
1 Tl Myrrhe
1 El Rhabarber
1/2 Tl Safran
1 EL Sennesblätter
1 Tl Kampfer
1 El Angelikawurz
1 El Zwiter (er meint bestimmt Zitwer)
2 El Manna
1 El Theriak
1 Tl Eberwurz

Alles gut zerkleinern und mit 1 1/2 l Kornbranntwein oder Wodka übergießen. 14 Tage an der Wärme in verschlossenem Krug stehen lassen und von Zeit zu Zeit bewegen. Hernach absieben, auspressen und filtrieren.

Wirkt gegen Verdauungsstörungen und Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit, Hals- und Schleimhautentzündungen, Hautinfektionen, aufgesprungene Hände, Schlaflosigkeit, Gliederschmerzen.

Innerliche Anwendung: 1 Tl bei Bedarf, verdünnt oder unverdünnt, Äußerlich zum Einreiben, Befeuchten, Massieren und zu Umschlägen


22.04.2006 00:24 | geändert: 22.04.2006 10:40


Hallo,

leider habe ich die vielen Rezepturen, die mir auf der Suche nach dem Originalansatz von Maria Treben begegnet sind nicht aufgeschrieben. Meist aber, glaube ich, sind diese nur anders, weil die Hersteller einfach Zutaten weglassen die in Deutschland apothekenpflichtig oder sonst was sind.

Als ich vor ein paar Wochen anfing, mich mit den Schwedenkräutern zu beschäftigen, habe ich einen doch recht informativen Artikel von Dr. Max Amann gefunden: „Pflanzen für ein langes Leben - Traditionelle und moderne Heilpflanzenrezepte für Elixiere“. Dieser wurde 1995 in der Zeitschrift Naturheilpraxis abgedruckt, steht aber auch im Internet: http://www.natura-naturans.de/buch/index_max.htm

Hiernach geht der große und der kleine Schwedenbitter zurück auf das „Dr. Ernstsche Mittel“, eine schwedische Lebensessenz um 1700. Sie hatte folgende Zusammensetzung:

20 g Aloe
10 g Engelwurz
10 g Rhabarber (Rheum palmatum)
10 g Theriak
2,5 g Enzian
2,5 g Kalmus
2,5 g Lärchenschwamm
2,5 g Myrrhe
2,5 g Safran
2,5 g Zitwer

Dies "14 Tage in 0,5 l verdünntem Alkohol digerieren, dann filtrieren. Bei akuten Leiden 2 mal tgl. 10 Tropfen, zur Geriatrie 1 mal wöchentlich einen Eßlöffel. Unverdünnt einnehmen. Dieses und ähnliche Rezepte werden in der Literatur oft erwähnt. Mitglieder der Familie Ernst sollen gewöhnlich weit über 100 Jahre alt geworden sein."

23.04.2006 21:41 | geändert: 23.04.2006 21:43


Hallo Thilo!

Danke lächel

Hier ein Text zu Lärchenschwamm

Nachtrag:

Wegen dem Weglassen von Kräutern:
Ich habe das dumpfe Gefühl daß schon Maria Treben Kräuter ausgetauscht hat. Inzwischen ist ja auch der Kampfer in Verruf geraten Krebs zu erregen, weshalb auch eindringlich darauf hingewiesen wird Naturkampfer zu verwenden.

Ich überlege ernsthaft nächstes Jahr mal anzufangen nacheinander alle Rezepte nachzumachen und mal zu vergleichen was bei was besser wirkt. Andererseits bin ich auch froh etwas zu haben was in vielen Fällen hilft.

Sylvester hat mein Sohn heftig allergisch vermutlich auf Hummer reagiert, bekam keine Luft mehr und bekam am ganzen Körper rote Pusteln. Ich hab ihm dann etwa 2 El. Schwedenbitter eingeflösst und dann ging es ihm echt schnell wieder gut. Nach 10 - 15 Minuten bekam er wieder normal Luft und die Pusteln gingen nach etwa einer Stunde weg. Ich weiß nicht ob ich in so einem Moment bereit wäre etwas anderes auszuprobieren als das, was sich schon bewährt hat und das ist eben die Mischung von Maria Treben.

Aber man könnte es mal da ausprobieren, wo das Rezept von Maria Treben nicht oder nur wenig hilft, also bei Ohrenschmerzen oder Kreislaufproblemen oder sowas. Wäre wirklich mal ein Gedanke wert... Aber vor nächstem Jahr komm ich da nicht dazu, das muss noch warten.

Liebe Grüsse

Lotti

23.04.2006 21:55 | geändert: 23.04.2006 23:15


Hallo ihr!

Das Gleiche Rezept wie die Universaltropfen, also exakt genauso, hab ich soeben auch im Natur hilft heilen entdeckt.

In diesem Buch heißen sie "Wundertropfen"


Tut dir der Bauch weh und du kannst nicht zur Toilette oder hast du Krämpfe im Bauch - oder schmeckt dir das Essen nicht - oder tut dir gar der Hals weh - oder hast du Schleimhäute entzündet - oder kannst du nich schlafen - oder tun dir die Knochen weh, als ob dir einer das Fell verhauen hätte - oder ist deine Haut entzündet - oder reißt dir die Haut der Hände auf, weil du viel im Nassen gearbeitet hast, dann lieber Junge, dann machst du dir die Tropfen die ich dir jetzt Sage. Schreibe mit, sonst hast du Spatzenhirn doch wieder alles vergessen.

(Hier das Rezept von oben von den Universaltropfen)

Das Ganze gut zerkleinern und mischen. DAnn in einen Steinkrug schütten und mit 1 1/2 Liter richtigem Kornschnaps übergießen. Den Krug stellst du dann in die Küche auf den Schrank, da ist es wegen dem Kochen auf dem Herd am wärmsten. Nach vierzehn Tagen das Ganze durchsieben. Danach noch einmal durch ein Leinentuch laufen lassen und gut auspressen.

Tut dir innen etwas weh, dann nimm einen Teelöffel voll und schlucke es runter
Tun dir aber die Knochen weh, dann reibst du das Zeug ein und reibst ein bißchen, bis es warm wird.
Hast du aber die Haut aufgeplatzt oder rot, dann tust du sie nur feucht machen mit einem Lappen.
Tut dir der Hals weh, mit einem Leinenlappen einen Wickel machen und einen Schafswollschal darumwickeln.

26.04.2006 00:29


Hallo Lotti,

das ist wirklich super, dass bei eurem Sohn an Sylvester die Schwedenkräuter so toll geholfen haben.

Andere Rezepte durchzuprobieren stelle ich mir spannend vor. Wohl aber auch ziemlich schwierig zu beurteilen, wie du ja schon geschrieben hast. Halte uns bitte auf dem Laufenden!

Hier hätte ich noch ein weiteres angebliches „Originalrezept“:
Es sind die Zutaten des Schwedenbitters vom Kräuterparadies Lindig in München. Dies ist eigentlich schon ein sehr altes Traditionshaus. Fertig in Flaschen haben sie dieses Rezept, was angeblich ein „altes Originalrezept“ sein soll. Das ist aber eine ganz eigene Kräutermischung, die weder dem großen noch dem kleinen Schwedenbitter nach Maria Treben entspricht und ziemlich nach Hustensaft riecht. Leider habe ich keine Gramm-Angaben, aber vielleicht ist es trotzdem interessant:

Angelikawurzel
Kalmuswurzel
Diptam-Wurzel
Manna
Enzianwurzel
Ingwerwurzel
Eibischwurzel
Myrrhe
Pommeranzenschale
Safran
Muskatnuss
Muskatblüte
Pfefferminze
Zimt
Nelken
Salbei
Käsepappel

Auf der Flasche steht noch: „Schwedenbitter gehen auf einen schwedischen Arzt zurück, der mit dieser Tinktur 104 Jahre alt wurde. Er empfahl die Einnahme 2 X tägl. von einem Zuckerstück oder in Wasser und „dann werden Sie alt und wie die Rosen erblühen““.

Liebe Grüße

Thilo

28.04.2006 00:00


Hallo Thilo,

also inzwischen habe ich einen begeisterten Anwender des Schwedenbitters nach dem Rezept von M. Lassel in Kräutergold gefunden. Das ist oben im ersten Posting zu dem Thema. Leider fehlt ihm die Zeit sich in Foren zu beteiligen.

Er kommt aus Österreich und er meint, er hätte etwas Mühe gehabt den Lärchenschwamm zu organisieren. Er musste es sich vom Arzt verschreiben lassen und bekam dann nach Vorlage des Personalausweises 100g. Genug für Schwedenbitter ohne Ende lächel

Er meint er verwendet es schon seit Jahren mit Erfolg, tot umgefallen wäre er auch noch nicht und ihm geht es gut damit. Ich denke ich werde das irgendwann auch mal ausprobieren. lächel

Liebe Grüsse

Lotti

10.05.2006 21:28


Hallo an alle,
habe das Originalrezept von M Treben, jedoch habe ich Aloe gegen
Wermut ausgetauscht, ferner habe ich dann noch ca. 10 g Bärlauch und eine Ginsengwurzel hineingetan.
Bärlauch soll gut für die Reinigung des Körpers sein, ebenfalls von M Treben beschrieben. Ginseng ebenfalls für das allgemeine Wohlbefinden.
Nach Absprachen mit verschiedenen Personen soll diese Mischung nicht verkehrt sein.
Na, habe ich euch jetzt angeregt?? Würde mich freuen denn ich schwöre darauf.
Viel Spaß beim MIXEN

13.05.2006 20:31


Hallo Rike,

danke lächel
Ich glaube ich werde es eher nicht ausprobieren, weil ich ein erprobtes und gutes Rezept nicht verändern muss. Ich tendiere da mehr zu den alten erprobten und bewährten Rezepten.

Ich probiere zwar gerne immer mal was aus, aber Rezepte von denen ich weiss dass sie gut sind und dass sie helfen, die lasse ich gerne wie sie sind, zumal ich Schwedenbitter ja auch Tieren gebe. Bei der Zusammenstellung wie sie ist, wusste ich von alten Bergbauern daß sie es allen Tieren geben und alle vertragen es. Wäre schon blöd wenn ein Tier es nach einer Veränderung nicht mehr verträgt.

Ich würde da eher ganz neue Tropfen für das Wohlbefinden ausprobieren:-)

Liebe Grüsse

Lotti

13.05.2006 20:57


Hallo Lotti,
ganz klar das jeder bei seinen Rezepten bleibt. Wollte nur die Info freundlicherweise weitergeben.
Du schreibt das du die Schwedenbitter auch Tieren gibst.Wir haben einen kleinen Hund der es ab und zu mal am Magen hat. Die Ärztin gibt ihm dann immer Paspertin Tropfen. Könnte ich hier auch das SchB anwenden, wenn ja in welcher Menge. Würde mich freuen von dir zu hören. Danke übrigens für den Tipp.
Liebe Kräutergrüße
Rike

14.05.2006 11:44


Hallo Rike,

steht alles auf der Seite zum Schwedenbitter.

Ich habs unseren Katzen nur gegeben, als es ihnen richtig dreckig ging. Hunde vertragen es besser als Katzen. Aber mit deiner Mischung kann ich dazu nichts sagen.

Menge muss man abschätzen. Bei Katzen ist das im Tropfenbereich, Mensch bekommt 1 El, Hund ist dann irgendwo dazwischen, kommt halt auch auf die Grösse des Hundes an. Akutes bekommt etwas mehr und einmalig, chronisches bekommt weniger und länger. Immer mit Wasser verdünnt! Kommt halt auch immer drauf an wie das Tier es annimmt, unsere Katzen würde ich jetzt nicht häufiger innerlich damit behandeln wollen.

Liebe Grüsse und viel Erfolg

Lotti

14.05.2006 12:17 | geändert: 14.05.2006 12:23