Blumen zur optischen Trennung



Blumen zur optischen Trennung

Ist Ahorn giftig?

Hallo zusammen,

kann mir jemand sagen ob Spitzahorn (Acer platanoides) irgend wie giftig ist und wenn nicht, warum er dann nicht in irgend einer Form (z.B. die Nüsschen könnten vielleicht lecker sein?) gegessen wird? Habe im Internet recherchiert: Er ist nirgend wo direkt als "giftig" gekennzeichnet und in verschiedenen Foren steht immer nur "weiß ich nicht".

Vom australischen Zuckerahorn (Acer saccharum) gibt es ja den Ahornsirup. Auch soll lt. einem meiner Pflanzenbücher Spitzahorn zuckerhaltigen Saft enthalten. Habe mal ein Stück von einem Spitzahorn-Blatt-Stiel gekostet, aber das schmeckte einfach nach gar nichts - also auch nicht süß.

Konkret geht es darum, daß ich mir einbilde Spitzahorn unbedingt in einer Tinktur aus mehreren Pflanzen als "Vermittler" "einbauen" zu müssen. Also sollte Spitzahorn auch in Verbindung mit Alkohol ungiftig sein.

Also, kennt nicht zufällig jemand 'ne alte Oma, die "damals in der schlechten Zeit" immer aus Spitzahorn diese leckeren Sachen zubereitet hat? zwinker

Lieber Gruß
Steffen lächel

04.07.2010 02:16


Moin Steffen lächel

ich kenne keine Oma...aber nen anderen Steffen lach
...der beschäftigt sich sehr intensiv mit der Vielfalt der essbaren Wildpflanzen und hat dazu inzwischen einige Bücher verfasst.

Zitat aus -> Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen - Steffen Guido Fleischhauer

Acer Platanoides - Spitzahorn
...
Verwendung als Genuss und Nahrungsmittel: Die jungen Triebe von März bis April frisch zu Salaten, zu Gemüsegerichten oder getrocknet als Beigabe zu Kräuter-/Gemüsesuppen.
Den Blutungssaft von März bis April frisch, zu Wein, Essig oder zu Sirup (durch langes köcheln einzudicken; im Frühjahr bis zu 4% Zucker im Saft)
Große Samen von Juni bis September ohne die Flügel zu Kochgemüse. Die süßen Blüten im April roh und zu Salaten.
Die jungen Blätter roh oder gekocht zu Gemüsegerichten.
Auch die Keimlinge sind essbar. Im März findet man unter dem Baum die Keimlinge. Sie kann man einlegen wie Pickles.

Geschmack: Keimlinge und Früchte haben einen herben bis bitteren Geschmack, der Saft des Stammes ist wässrig-süß, die zarten Blätter und Blüten schmecken mild säuerlich bis süß.
Inhaltsstoffe: Die frischen Blüten und Blätter enthalten Kalium, Calcium, Magnesium, Mangan und Eisen, Zucker und etwa 5% Eiweiß
...
Als Quelle benennt Steffen -> Loch, Machatschek und Couplan

Man muss net alles wissen...man muss nur die richtigen Leute kennen und wissen, wo es steht zwinker

P.S. Es gibt von ihm auch ein kleines Buch in Taschenbuchformat, dass ich sehr empfehlen kann und in dem auch einiges zur Verwendung von Spitzahorn steht:

Essbare Wildpflanzen: 200 Arten bestimmen und verwenden

Liebe Grüße Dagmar

04.07.2010 07:17 | geändert: 04.07.2010 07:37


Hallo Dagmar,

danke für die Antwort. Das ist ja prima - bin ich schon wieder einen Schritt weiter. Und das kleinere der beiden Bücher werde ich mir sicher bald zulegen. Scheint mir sehr interessant zu sein.

Liebe Grüße
Steffen lächel

An den Grenzen der Logik hört zwar die Wissenschaft auf, nicht aber die Natur, die auch dort blüht, wohin noch keine Theorie gedrungen ist.
(C. G. Jung)

05.07.2010 00:59


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