Zur Navigation Zur Navigationshilfe

Käsekessel - Logo

Einheimische Kräuter, Kräuterrezepte,
Wildgemüse und ein Stück Natur

 

abcdefghijklm
nopqrstuvwxyz

Kräuter sind in der Apotheke oder im Kräuterladen erhältlich. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Kräuter verkaufen sondern sie lediglich beschreiben, um den Zusammenhang zwischen Kräuterweiden und Rohmilchkäse oder der Gesundheit von Kühen zu zeigen.

Blutwurz, Tormentill

(Potentilla erecta)

Synonyme:
Bauchwehwurz, Birkwurz, Blutbrech, Blutkraut, Blutwurz, Buchwehwurzen, Christuskrone, Dermendill, Düwelsabbiß, Fingerkraut, Mooreckel, roter Günsel, Rotwurz, Ruhrwurz, Tarpentill, Turmentill, Tormentill, Tormentilla, Tormentilla Erekta L.

Familie:
Rosengewächse (Rosaceae)

Namensentstehung:
Wahrscheinlich wegen der blutroten Farbe des Wurzelstockes wird die Pflanze Blutwurz genannt.

Beschreibung:
Bis zu 50cm hohe Pflanze. Überwintert mit schwarzbraunem, fingerdickem Wurzelstock, der sich auf der frischen Schnittfläche gelblichrötlich, im Alter blutrot färbt. Meist kommen mehrere Stengel aus dem zwei- bis mehrgablig verzweigten Wurzelstock, die bei kräftigen Exemplaren in der Regel in einem Kreis stehen. Die äußeren Stengel liegen nieder, die inneren sind aufsteigend, die innersten aufrecht. Die etwa 10mm breiten, gelben, am Grund etwas dunkleren Blüten stehen auf langen, dünnen, Stielen mit weichen Haaren. Da die Pflanze sehr vielgestaltig ist, werden einige Varietäten und Formen unterschieden.

Verwechslung:
Mir nicht bekannt

Blütezeit:
Juni bis August

Vorkommen:
Die verbreitete Pflanze wächst vom Tiefland bis bis über 2000m.

Verbreitung:
Die Blutwurz ist in Europa von den Azoren und Shetlandinseln im Westen bis Nordskandinavien im Norden und im Süden von Portugal über Mittelspanien und Italien bis zur Balkanhalbinsel verbreitet. Weiter östlich kommt sie über den Kaukasus und Ural bis nach Asien vor.

Sammelgut:
Wurzelstock (Rhizoma Tormentillae)

Sammelzeit:
März - April und September - Oktober

Sammelvorschrift:
Die Wurzelstöcke der Blutwurz lassen sich recht gut aus dem Erdreich herausheben, weil die Pflanze lockeren Boden bevorzugt. Nach dem Entfernen werden sie gewaschen und zum Vortrocknen in dünner Schicht ausgelegt oder auf Schnüre gereiht und dann bei leichter künstlicher Wärme nachgetrocknet. Die Droge ist geruchlos und hat einen herben, zusammenziehenden Geschmack.

Zu den Hinweisen zum Sammeln und Trocknen von Kräutern

Inhaltsstoffe:
Der Wurzelstock der Blutwurz enthält bis zu 20% Gerbstoffe, Tormentillrot, Tormentol, weiterhin organische Säuren, Harz und Gummi.

Anwendung:
Aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes verwendet man die Droge bei Magen- und Darmkatarrhen oder für Spülungen bei entzündlichen Prozessen im Mund- und Rachenraum. Innerlich genommen werden sie bei akuten, unspezifischen Durchfallerkrankungen eingesetzt. In der Technik dient sie auch als Gerbmittel und zur Tintenfabrikation.

Bei Blähungen und Durchfall als Tee, bei Entzündungen in Mund und Rachen als Gurgelmittel, bei Frostbeulen als Umschlag, bis zu 3 Tassen Tee über den Tag verteilt einnehmen. Zum Gurgeln, Spülen und als Umschlag unverdünnt als Blutwurzgeist verwenden.

Nebenwirkungen:
Während Schwangerschaft oder Stillzeit nicht ohne Nachfrage beim Arzt innerlich anwenden!

Zubereitungen aus dem Blutwurzwurzelstock können zu Magenbeschwerden führen. Bei Einnahme über längere Zeit oder in höheren Dosen kann eine Schädigung, der Nieren oder Leber nicht ausgeschlossen werden.

Wechselwirkungen:
Die Wirksamkeit anderer, gleichzeitig eingenommener Arzneimittel kann durch die Einnahme gerbstoffhaltiger Zubereitungen vermindert werden! Daher sollten solche Medikamente min. 2 Stunden vor der Einnahme der gerbstoffhaltigen Zubereitung angewendet werden.

Geschichtliches:
Schon im Altertum verwendete man die Blutwurz als Heilpflanze. Die Hippokratiker kannten bereits ihre Wirkung. Auch während des Mittelalters wurde sie häufig verordnet, geriet jedoch später, als die Ratanhiawurzel bekannt wurde, in Vergessenheit. Als im ersten Weltkrieg diese Droge nicht mehr geliefert wurde, erinnerte man sich wieder der Blutwurz.

 

 

Bild von Blutwurz

Zeichnung: Otto Wilhelm Thomé (1885-1905)

Bild mit freundlicher Genehmigung von
Kurt Stübers

Bei Klick auf das Bild sehen Sie das Bild in einer Grösse von 1000 Pixeln Breite
(lange Ladezeit!)






Zurück

Zu den Kräuterbüchern

Alle Angaben ohne Gewähr
© L. B. Schwab